Lebenslauf Ich stamme aus einer armenischen Familie und wurde 1943 im Zentrum von Teheran geboren. Als ich etwa neun Jahre alt war, hat uns der Mitarbeiter einer Ölfirma an eine landwirtschaftliche Weltausstellung in Teheran mitgenommen. Wir waren zwölf Kinder hinten auf einem Lastwagen. Es war Abend und wir fuhren unter dem nächtlichen Sternenhimmel. Es hatte Kühe und Schafe von Australien an dieser Ausstellung, aber mich hat am meisten eine kleine Holzhütte mit orientalischen Kissen am Boden interessiert, die aus kariertem europäischem Stoff genäht waren. Das hat mich nie losgelassen und war vielleicht ein Grund, weshalb ich am Ende Innendekorateurin wurde.Wir hatten ein Dachzimmer in unserm Haus in Teheran. Das war mein Zufluchtsort wo ich lesen, nähen und malen konnte. Auf dem Weg zur Sekundarschule im Zentrum Teherans habe ich immer eine schöne Villa mit Blumenbalkonen gesehen. Auf dem Dach sah ich junge Mädchen ohne die übliche Schuluniform, die mit Staffeleien malten. Später erfuhr ich, dass es die Kunstgewerbeschule für Mädchen war. Nach der Sekundarschule meldete ich mich dort an und - Hoppla! - bestand die Prüfung.Das Prüfungsthema war eine nackte Gipsstatue von Herakles (!), die wir abmalen mussten. Wir Prüflinge, alles Mädchen, schämten uns sehr, und der Professor, der bekannte Künstler Ostad Gavadipour fragte erstaunt: "Warum
stehen Sie denn alle hinter dieser Statue?".Nach drei Jahren Kunstgewerbeschule setzte ich das Studium an der Kunstabteilung der Universität Teheran fort und schloss als Innenarchitektin ab.Nach zwei Jahren obligatorischem Militäreinsatz als Lehrerin in einer Mädchenschule in Südteheran arbeitete ich in zwei renommierten Architekturbüros. Nach der Heirat mit meinem Schweizer Mann und nach der iranischen Revolution wechselten wir in die Schweiz. Wir hatten zwei Söhne. Ich bildete mich an der Kunstgewerbeschule Zürich ständig weiter in dieser Zeit und habe bis heute immer gemalt. Seit mehreren Jahren organisiere ich Ausstellungen für armenische und iranische Künstlerinnen und Künstler in der Schweiz. Möglich wurde dies durch die grosse Hilfe meines Mannes und auch der Offenheit der Schweizer Behörden, die den Transfer der Kunst und die Veranstaltungen unterstützten.Daneben hatte ich eine eigene Ausstellung. In der Schweiz kam ich in eine neue Welt und habe gelernt, vieles mit neuen Augen zu sehen. Dies hat meine künstlerische Entwicklung beeinflusst. Ich male mit verschiedenen Materialien und bin besonders stolz auf meine Akte in Aquarell. Ein bisschen empfinde ich meine Kunst auch als naive Kunst, in der es mir manchmal gelingt, zurück zu meinen Wurzeln zu gehen und meine persönlichen Gefühle unmittelbar auszudrücken.   Alvart Siegrist-Tounians   Copyright by Alvart Siegrist 2016   Homepage-Design by Andre Siegrist www.artizm.ch
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